Wann wird eine Schwertransport-Genehmigung benötigt
Ein Standard-LKW-Zug darf in Deutschland maximal 40 Tonnen zGG, 2,55 m Breite und 4,00 m Höhe aufweisen. Jede Überschreitung eines dieser Werte macht den Transport genehmigungspflichtig — offiziell als Großraum- und Schwertransport (GST) nach §§ 29, 46 StVO.
In der Praxis betrifft das Maschinen wie Hydraulikpressen ab 25 Tonnen, Bearbeitungszentren mit Fundament, Karusselldrehmaschinen oder Portalfräsen. Liegt die Maschinenmasse über 20 Tonnen oder die Breite über 2,40 m (mit Verpackung und Ladungssicherung), sollten Sie von einer Genehmigungspflicht ausgehen.
Deutschland — Antrag über VEMAGS
In Deutschland wird die Ausnahmegenehmigung beim Straßenverkehrsamt beantragt, das für den Streckenabschnitt zuständig ist. Bei Durchgangsverkehr ist das die Behörde am Startpunkt der öffentlichen Straßennutzung — in der Regel der Landkreis des Verkäuferstandorts.
Der Antrag wird elektronisch über VEMAGS (Verfahrensmanagement für Großraum- und Schwertransporte) gestellt. Erforderliche Unterlagen:
- Antrag nach § 29/46 StVO — über das VEMAGS-Portal
- Verladeplan mit Maßen des Transportzugs: Länge, Breite, Höhe, Gesamtmasse, Achslastverteilung
- Fahrzeugdaten — Zulassungsbescheinigung von Zugmaschine und Auflieger
- Fahrtstrecke — exakt, mit Straßennummern und Brückenpassagen
Bearbeitungszeit: 5–15 Werktage je nach Bundesland und Streckenkomplexität. Autobahnstrecken (BAB) gehen schneller; Kreisstraßen mit tragfähigkeitsbeschränkten Brücken dauern länger, da der Brückeneigentümer zustimmen muss.
Kosten: 60–500 EUR abhängig von Masse und Strecke.
Polen — Zezwolenie na przejazd pojazdu nienormatywnego
In Polen erteilt die Generaldirektion für Nationalstraßen und Autobahnen (GDDKiA) die Genehmigung für die Kategorien IV–VII. Der Antrag wird elektronisch über das GITD-PUESC-System gestellt.
Relevante Kategorien beim Maschinenimport:
- Kat. IV — Breite bis 3,20 m, Masse bis 48 t
- Kat. V — Breite bis 3,40 m, Masse bis 52 t
- Kat. VI — Breite bis 3,60 m, Masse bis 60 t
- Kat. VII — oberhalb der Kat.-VI-Grenzen (Einzelfallprüfung)
Bearbeitungszeit: 7–14 Tage (Kat. IV–V), bis 30 Tage (Kat. VI–VII).
Kosten: 500–6.000 PLN (ca. 115–1.400 EUR) je nach Kategorie.
Wichtig: Deutsche und polnische Genehmigung sind zwei getrennte Dokumente. Es gibt keinen grenzüberschreitenden Sammelantrag.
Transit durch Drittländer
Führt die Route über Tschechien oder ein anderes Transitland, benötigen Sie eine weitere Genehmigung pro Transitland. In Tschechien ist das Ministerstvo dopravy zuständig; die Bearbeitung dauert 10–20 Tage.
Hutnia beauftragt spezialisierte Speditionen, die VEMAGS auf deutscher Seite und PUESC auf polnischer Seite abwickeln. Die Speditionsgebühr für das gesamte Genehmigungspaket liegt bei 300–800 EUR — spart aber 2–4 Wochen und eliminiert formale Fehler.
Mehr zur passenden Transportversicherung finden Sie in unserem Artikel zur Erweiterung der Transportpolice, zur Entladung am Zielort in Polen im Beitrag zur Entladungsorganisation.
Begleitfahrzeug und Kennzeichnung — operative Anforderungen
Ein Schwertransport erfordert Begleitfahrzeuge ab bestimmten Schwellenwerten:
- Deutschland: Breite >3,00 m oder Länge >20 m → 1 Begleitfahrzeug; >3,50 m → 2 Begleitfahrzeuge; >4,20 m → Polizeibegleitung
- Polen: Breite >3,20 m → 1 Pilot; >3,60 m → 2 Piloten
Ein Begleitfahrzeug kostet 300–600 EUR pro Routentag. Bei einer Strecke Deutschland–Polen (z. B. Dortmund → Poznań, ca. 750 km) verteilt sich die Fahrt auf 2 Tage — das ergibt 2× Pilot DE + 2× Pilot PL = 4 Pilottage.
Kennzeichnung des Zugs: „Schwertransport"-Warntafeln, Rundumleuchten, Seitenfahnen. Die Spedition stellt das bereit — aber Sie müssen es vertraglich sichern.
Zeitplanung — wann Sie die Genehmigung einleiten sollten
Der häufigste Fehler: Der Käufer unterschreibt einen Kaufvertrag mit 10 Tagen Abholtermin, aber das Genehmigungsverfahren dauert 15 Tage. Hutnia empfiehlt:
- 4–6 Wochen vor geplantem Abholtermin — Spedition beauftragen mit Maßen und Masse
- 3–4 Wochen — Anträge DE + PL einreichen (+ Transit falls zutreffend)
- 1–2 Wochen — Genehmigungen bestätigen, Begleitfahrzeuge reservieren, Verladetermin fixieren
Im Rahmen des Hutnia-Mandats koordinieren wir den gesamten Zeitplan. Sie erhalten die Nachricht: „Die Maschine wird am Tag X bei Ihnen angeliefert — bereiten Sie die Entladung vor."
Reservieren Sie eine Erstberatung Schritt 0 für 49 € — voll anrechenbar auf das Mandat 500 €.