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Radialbohrmaschine gebraucht kaufen: Ausladung und Hub prüfen

Radialbohrmaschine gebraucht kaufen: Ausladung und Hub prüfen

Radialbohrmaschine gebraucht kaufen: Ausladung und Hub prüfen

Die Radialbohrmaschine ist eine der wenigen Werkzeugmaschinen, bei denen nicht das Werkstück zum Werkzeug bewegt wird, sondern der Bohrkopf entlang eines Auslegers zum Werkstück fährt. Das macht sie besonders für große, schwere oder unhandliche Werkstücke interessant, die sich unter einer klassischen Ständerbohrmaschine kaum sinnvoll positionieren ließen. Gebraucht gekauft, hängt der Nutzwert stark davon ab, ob Bohrsäule, Ausleger und Spindel noch mit der ursprünglichen Genauigkeit arbeiten.

Dieser Artikel zeigt, welche technischen Punkte bei der Besichtigung einer gebrauchten Radialbohrmaschine im Vordergrund stehen sollten, wie sich Verschleiß an Führungsbahnen und Getriebe erkennen lässt und wofür sich die Maschine im Vergleich zu einfacheren Bohrmaschinen besonders eignet.

Ausladung und Höhenverstellung als Auswahlkriterium

Die Ausladung, also der maximale horizontale Abstand des Bohrkopfs von der Säule, bestimmt gemeinsam mit der Höhenverstellung des Auslegers, welche Werkstückgrößen tatsächlich bearbeitet werden können. Wer regelmäßig große Schweißkonstruktionen, Maschinenbetten oder Gussteile bohrt, sollte die vorhandene Ausladung an den größten realistisch vorkommenden Werkstücken messen, statt sich an der reinen Katalogangabe zu orientieren.

Ebenso wichtig wie die maximale Ausladung ist die nutzbare Höhenverstellung des Auslegers entlang der Säule, da sie bestimmt, wie unterschiedlich hohe Werkstücke ohne Umspannen bearbeitet werden können. Bei manchen älteren Maschinen ist die motorische Höhenverstellung träge oder ausgefallen und muss von Hand nachgeholfen werden, was den praktischen Nutzen im Alltag deutlich einschränkt.

Spindelhub und Drehzahlbereich für den Einsatzzweck

Der Spindelhub entscheidet, wie tief in einem einzigen Arbeitsgang gebohrt werden kann, bevor umgespannt oder die Spindel neu positioniert werden muss. Für tiefe Bohrungen in massiven Bauteilen ist ein großzügiger Hub ein klarer Vorteil, für dünnwandige Bleche oder flache Werkstücke spielt er eine geringere Rolle.

Der Drehzahlbereich sollte zum vorgesehenen Materialspektrum passen: Wer überwiegend in Stahl und Guss arbeitet, braucht andere Drehzahlstufen als ein Betrieb, der vor allem Aluminium oder Kunststoff bohrt. Bei der Besichtigung lohnt sich ein Blick auf die vorhandenen Drehzahlstufen und darauf, ob sich Getriebe und Drehzahlwahl noch sauber und ohne Widerstand schalten lassen.

Getriebezustand über Geräusch und Schaltverhalten beurteilen

Das Getriebe einer Radialbohrmaschine ist mechanisch stark beansprucht, insbesondere bei häufigem Drehzahlwechsel im rauen Werkstattbetrieb. Beim Probelauf sollte auf ungewöhnliche Laufgeräusche wie Klappern, Heulen oder Rattern in einzelnen Drehzahlstufen geachtet werden – ein sauberer, gleichmäßiger Lauf über den gesamten Drehzahlbereich ist ein gutes Zeichen für einen intakten Zustand.

Beim Schalten der Gänge sollte sich der Hebel spürbar leicht und ohne starkes Knirschen bewegen lassen. Hakt oder blockiert das Schalten in bestimmten Stufen, deutet das auf verschlissene oder beschädigte Zahnräder hin, deren Reparatur bei einer älteren Maschine aufwendig und teils nur mit Gebrauchtteilen möglich ist.

Führungsbahnen der Bohrsäule auf Spiel kontrollieren

Die Führungsbahnen, an denen der Ausleger entlang der Säule geführt wird, bestimmen maßgeblich die Positioniergenauigkeit der Maschine. Über Jahre entsteht an diesen Führungen Verschleiß, besonders wenn die Maschine viel bewegt und dabei nicht regelmäßig geschmiert wurde. Spürbares Spiel beim Verstellen des Auslegers oder ein Kippen des Bohrkopfs unter Last sind klare Warnzeichen.

Ein einfacher Praxistest besteht darin, den Ausleger in verschiedene Positionen zu fahren und jeweils per Hand leicht am Bohrkopf zu rütteln – deutliches Spiel weist auf verschlissene Führungen hin. Da eine Nachbearbeitung der Führungsbahnen aufwendig ist, sollte ein solcher Befund direkt in die Preisverhandlung einfließen.

Zusätzlich lohnt sich ein Blick auf den Klemmmechanismus, mit dem der Ausleger in der gewählten Höhe fixiert wird. Löst sich die Klemmung unter Bohrlast leicht, etwa erkennbar an einem minimalen Nachgeben des Auslegers beim Ansetzen des Bohrers, deutet das auf Verschleiß an der Klemmvorrichtung hin, der die Bohrgenauigkeit ebenso beeinträchtigt wie ausgeschlagene Führungsbahnen.

Zustand der Pinole und Vorschubmechanik

Die Pinole führt die eigentliche Bohrbewegung aus und sollte sich über den gesamten Hub gleichmäßig und ohne Verkanten bewegen lassen. Ein Test mit ausgefahrener Pinole und leichtem seitlichem Druck zeigt, ob spürbares Spiel vorhanden ist, das später zu Bohrungsabweichungen führen kann.

Bei der Vorschubmechanik, insbesondere bei automatischem Vorschub, lohnt sich zusätzlich ein Blick auf die Feineinstellung der Vorschubgeschwindigkeit. Lässt sich diese nicht mehr sauber regeln oder springt sie unkontrolliert zwischen Stufen, wirkt sich das direkt auf die Standzeit der Bohrer und auf die Oberflächenqualität der Bohrung aus.

Typische Einsatzgebiete in Handwerk und Kleinserienfertigung

Radialbohrmaschinen finden sich vor allem dort, wo große oder unhandliche Werkstücke bearbeitet werden müssen, für die eine CNC-Bearbeitung wirtschaftlich nicht sinnvoll ist – etwa im Stahlbau, im Maschinenbau bei der Bearbeitung von Gestellen und Grundplatten oder in Reparaturwerkstätten, die Einzelstücke und Ersatzteile fertigen. Ihre Stärke liegt in der Flexibilität bei wechselnden Werkstückgrößen, nicht in hoher Stückzahl oder komplexer Kontur.

In Betrieben mit überwiegend kleinen, seriellen Bauteilen ist eine Radialbohrmaschine dagegen oft überdimensioniert, hier lohnt sich eher eine kompaktere Lösung. Wer die eigene typische Werkstückgröße realistisch einschätzt, kann besser beurteilen, ob eine gebrauchte Radialbohrmaschine tatsächlich einen Vorteil gegenüber einer einfacheren Maschine bringt.

Unterschied zu Ständerbohrmaschinen einordnen

Der wesentliche Unterschied zur Ständerbohrmaschine liegt darin, dass bei der Radialbohrmaschine das Werkzeug zum Werkstück fährt, während bei der Ständerbohrmaschine das Werkstück unter der feststehenden Spindel positioniert werden muss. Bei sperrigen oder sehr schweren Werkstücken erspart das erhebliche Aufwände beim Umspannen und Positionieren.

Für kleinere, gut handhabbare Werkstücke bietet eine Ständerbohrmaschine dagegen oft die einfachere und kostengünstigere Lösung, weil sie weniger komplex aufgebaut ist und entsprechend seltener größere Reparaturen an Ausleger oder Höhenverstellung erfordert. Die Entscheidung zwischen beiden Bauformen sollte sich am tatsächlichen Werkstückspektrum des Betriebs orientieren, nicht an der reinen Verfügbarkeit auf dem Gebrauchtmarkt.

In vielen etablierten Werkstätten stehen beide Bauformen nebeneinander und übernehmen unterschiedliche Aufgaben: die Ständerbohrmaschine für die laufende Kleinteilfertigung, die Radialbohrmaschine für die gelegentlichen, aber anspruchsvollen Großteile. Wer noch keine der beiden Maschinen besitzt, sollte bei der ersten Anschaffung ehrlich einschätzen, welches Werkstückspektrum tatsächlich überwiegt, statt sich an einer einzelnen, besonders auffälligen Anforderung zu orientieren.

Häufige Fragen

Woran erkennt man Verschleiß an den Führungsbahnen der Bohrsäule?

Deutliches Spiel beim Verstellen des Auslegers oder ein spürbares Kippen des Bohrkopfs unter Last beim manuellen Rütteltest sind typische Anzeichen für verschlissene Führungsbahnen.

Wie prüft man den Zustand des Getriebes bei der Besichtigung?

Am besten durch einen Probelauf über alle Drehzahlstufen mit Blick auf ungewöhnliche Geräusche sowie durch das Schalten der Gänge, das sich leicht und ohne Knirschen bewegen lassen sollte.

Für welche Betriebe lohnt sich eine Radialbohrmaschine besonders?

Vor allem für Betriebe, die regelmäßig große oder unhandliche Werkstücke bearbeiten, etwa im Stahlbau oder Maschinenbau. Bei überwiegend kleinen, seriellen Teilen ist die Maschine meist überdimensioniert.

Was bedeutet spürbares Spiel an der Pinole für die Bohrqualität?

Spiel an der Pinole kann zu ungenauen, leicht schräg verlaufenden Bohrungen führen und wirkt sich zusätzlich negativ auf die Standzeit der eingesetzten Bohrer aus.

Kann man verschlissene Führungsbahnen nachträglich instand setzen?

Grundsätzlich ist eine Nachbearbeitung möglich, sie ist aber aufwendig und lohnt sich meist nur bei ansonsten hochwertigen Maschinen. Ein entsprechender Befund sollte in die Preisverhandlung einfließen.

Worin unterscheidet sich eine Radialbohrmaschine von einer Ständerbohrmaschine?

Bei der Radialbohrmaschine fährt der Bohrkopf entlang eines Auslegers zum Werkstück, bei der Ständerbohrmaschine muss das Werkstück unter der feststehenden Spindel positioniert werden.

Warum ist der Drehzahlbereich beim Kauf so wichtig?

Der Drehzahlbereich muss zum vorgesehenen Materialspektrum passen. Wer überwiegend Stahl bearbeitet, braucht andere Drehzahlstufen als ein Betrieb, der vor allem Aluminium oder Kunststoff bohrt.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.