Welche Schwertransport-Genehmigung brauche ich für Maschinen aus Polen?
Ein Standard-Sattelauflieger trägt 24 Tonnen, ist 13,6 m lang, 2,55 m breit und 4 m hoch. Sobald Ihre Maschine eines dieser Maße überschreitet, wird der Transport zum Schwertransport. Dann brauchen Sie Genehmigungen — und zwar in beiden Ländern.
Ab wann es ein Schwertransport ist
Die Grenzwerte für Normaltransporte in der EU:
| Maß | Standard-Maximum | Ab hier Schwertransport |
|---|---|---|
| Gesamtgewicht | 40 t (24 t Nutzlast) | > 40 t |
| Länge | 16,5 m (Sattelzug) | > 16,5 m |
| Breite | 2,55 m | > 2,55 m |
| Höhe | 4,0 m | > 4,0 m |
Eine 30-t-Drehmaschine ist Schwertransport. Ein 4,5-m-hoher Stahlbau-Roboter ist Schwertransport. Ein 3-m-breiter CNC-Bearbeitungszentrum ebenfalls.
Genehmigung in Polen: GDDKiA
In Polen ist die GDDKiA (Generalna Dyrekcja Dróg Krajowych i Autostrad) zuständig. Anträge laufen online über das Portal „System Obsługi Zezwoleń". Die Spedition kümmert sich in der Regel selbst darum.
Bearbeitungszeit:
- Standard-Genehmigung (bis 60 t, bis 3,5 m breit): 5 bis 14 Werktage
- Sondergenehmigung (über 60 t oder 4 m Höhe): 30 Werktage und mehr
- Eilanträge sind möglich, kosten aber 100 bis 200 % Aufschlag
Der Antrag kostet je nach Kategorie 100 bis 5.000 PLN, plus Streckenentgelt.
Genehmigung in Deutschland: VEMAGS
Auf deutscher Seite läuft alles über VEMAGS (Verfahrensmanagement Großraum- und Schwertransporte). Die zuständige Erlaubnisbehörde richtet sich nach dem Bundesland, in dem der Transport beginnt — bei Importen aus Polen also Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen.
Antrag:
- Online-Antrag durch die Spedition
- Begleitfahrzeuge je nach Maßen (1 bis 4 BF)
- Polizeibegleitung ab bestimmten Übermaßen oder bei Nacht-Transport
- Bearbeitung standardmäßig 3 bis 10 Werktage, Eilantrag 24 Stunden
Kosten in DE: typischerweise 80 bis 800 EUR Verwaltungsgebühr, plus Begleitfahrzeuge je 250 bis 600 EUR.
Routing: Welche Brücken halten was
Nicht jede Brücke trägt jedes Gewicht. Bei der GDDKiA und VEMAGS gibt die Spedition Maße ein, die Software berechnet eine erlaubte Route. Diese kann deutlich länger sein als die Google-Maps-Route.
Beispiel: Eine 80-t-Maschine von Krakau nach Köln. Die direkte Strecke über A4 ist nicht in jeder Brücken-Klasse genehmigt, der Transport muss eventuell über A2 + A12 + A2 (DE) ausweichen — 200 km Umweg, 300 EUR Mehrkosten.
Zeit- und Tagesbeschränkungen
Schwertransporte fahren in der Regel nachts oder am Wochenende:
- Werktags vor 22 Uhr meist nur bis 3,5 m Breite
- Über 4 m Breite oft nur Sonntag 22 Uhr bis Montag 6 Uhr
- Feiertage gelten als Verbotszeiten in beiden Ländern
Vorbereitung: Was Sie als Käufer beitragen müssen
Auch wenn die Spedition den Antrag stellt, brauchen Sie:
- Exakte Maße der Maschine (vermessen, nicht geschätzt)
- Gewicht vom Verkäufer per Wiegeprotokoll oder Herstellerangabe
- Anlieferadresse mit Zufahrtsbreite (Tor, Brücke, Kurve)
- Verladungs-Fotos vom Verkäufer-Standort
Tipp: Lassen Sie die Maschine vor dem Kauf wiegen. Eine Drehmaschine, die laut Inserat „etwa 6 Tonnen" wiegt, kann auch 8,5 Tonnen haben — und dann ist es kein Sattelauflieger-Transport mehr, sondern Schwertransport. Mehr zu Vorab-Prüfungen in Verladung und Demontage.
Was Hutnia übernimmt
Wir prüfen vorab beim Verkäufer Maße und Gewicht (Wiegeprotokoll vor Ort), klären mit der Spedition, ob eine Sondergenehmigung erforderlich ist, und kalkulieren das im Gesamt-Angebot. Bei größeren Maschinen organisieren wir auch Begleitfahrzeuge.
Wer bei einem 30-t-CNC-Kauf in Polen den Schwertransport selbst stemmen will: das geht. Wer den Aufwand minimieren möchte: Konsultation buchen — 49 € oder direkt Anfrage stellen. Mehr zum Transport-Service auf Transport Polen → Deutschland.